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2009 - 2010
 
ROHSTOFF ARBEIT - raw material employment
ROHSTOFF ARBEIT untersucht auf künstlerischen, philosophischen und wissenschaftlichen Ebenen die Arbeit im 21. Jahrhundert.
Globalisierung und technologischer Fortschritt verändern heute zunehmend schneller das traditionelle Bild der Erwerbstätigkeit, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen und stellen uns vor die existentielle Frage nach der Zukunft. Welche Funktion hat der ROHSTOFF ARBEIT heute, wie definiert sich unsere Arbeitswelt von Morgen und wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft vor den sich weltweit organisierten Waren-, Arbeits-, Wissen und Technologieströmen.
Sich nicht auf eine Theorie begrenzend nimmt die Veranstaltungsreihe eine seit den Sechziger Jahren in der Öffentlichkeit immer wieder diskutierte Veränderung des Erwerbs- und damit des gesellschaftlichen Lebens unter Beobachtung und untersucht mittels künstlerischer, philospohischer und wissenschaftlicher Herangehensweise die Thematik der Arbeit im 21. Jahrhundert und stellt die Frage, ob eine Paradigmenwechsel erforderlich ist und spiegelt mit den verschiedenen Veranstaltungen die unterschiedlichen Blickwinkel, Forderungen, Feststellungen und Änderungsvorschläge namhafter Wissenschaftler, Künstler- und Kulturwissenschaftler sowie Vertreter öffentlicher Institutionen zu diesem Thema.
Der Fernsehzuschauer konnte zwischen zwei Kanälen hin- und herzappen und so jeweils einem der beiden Protagonisten bei ihrem TV-DINNER beiwohnen. Da auch die beiden Performancekünstler via Satellit und Monitor mit einander optisch kommunizierten, wurde der Zuschauer Bestandteil der Performance.
Das Programm ROHSTOFF ARBEIT umfasst 33 allgemeinkulturelle Veranstaltungen unterschiedlichster Themenbereiche und Kommunikationsebenen. Expertenpodien, Vorträge, Lesungen und Filme aber auch Installationen, das Modell einer access society (Zugangsgesellschaft) sowie eine Bibliothek bilden die interaktiven Kommunikationsstränge.
ROHSTOFF ARBEIT ist theoretischer und philosophischer Unterbau und gleichzeitig Diskusionsforum zur Theaterproduktion von Mia Kaspari & Company "Recht auf Arbeit - eine Bustour ins Jahr 2022" nach Rolf Hochhuth.
Konzeption: Martin Ortega & Heinz E. Wohlrab
     
 
2007 - 2008
 
shot - a breakdown in gun violence
Ausstellungsprojekt für Small Arms Survey, Genf
     
 
2002 - 2005
 
Das Erste Mal
Die Lesereihe DAS ERSTE MAL stellte Theaterstücke vor, die in Deutschland noch nicht aufgeführt wurden.
Die ausgewählten Theaterstücke wurden von RegisseurInnen und Schauspieler/innen erarbeitet, wobei die Präsentationsform je nach Form und Inhalt der Texte variiert.
     
 
2003 - 2004
 
7 Momente im Frühling
Die zwölfteilige Serie Siebzehn Augenblicke eines Frühlings, 1968 für das russische Fernsehen, nach den Romanen von Julian S. Semjonow, gedreht, spielt im Zeitraum Februar-März 1945. In Berlin beginnt sich der innere Kreis um Hitler Gedanken zu machen, was werden soll. "Standartenführer der SS Max Otto von Schtirlitz", der eigentlich Maxim Isaev und Russe ist, erhält den Auftrag aus Moskau, herauszubekommen, ob und wer aus Hitlers Umgebung mit dem amerikanischen Geheimdienstchef Dulles über einen Separatfrieden verhandelt. Nach Außen also den perfekten Nazi mit erfolgreicher Karriere gebend, lässt Agent "Schtirlitz" die Verhandlungen in Bern scheitern, spielt mit Kalkül Gestapo und SD gegeneinander aus, rettet heldenhaft eine Verbindungsagentin mit gleich zwei Säuglingen auf dem Arm und das alles, während er ständig Gefahr läuft, enttarnt zu werden. Besonders "Gruppenführer Müller" ist ihm auf den Fersen.
Das Geheimnis der Serie mag darin bestehen, das die Gegner des russischen Meisterspions nicht als billige Chargen agieren. Selbst Hitler (dargestellt von DDR-Schauspieler Fritz Dietz), ist hier unaufdringlich und unaufgeregt dargestellt. Und Wjatscheslaw Tichonow, spielt den Agenten "Schtirlitz" mit einem Blick von solch durchdringender Melancholie, dass tatsächlich keine Garantie besteht, dass er die Serie überlebt. Mit der selben Hingabe schlüpften auch die anderen namhaften sowjetischen Schauspieler in ihre Rollen, dass man förmlich ihnen den Spaß ansieht, den sie dabei hatten. Wo Nazi-Figuren im Film üblicherweise eindimensional böse Pappkameraden sind, die eben sehr schnell zum Lachen reizen, erscheinen sie in den Siebzehn Augenblicke eines Frühlings als kompliziere Negativ-Charaktere mit ihren eigenen seelischen Abgründen. Der düstere Existentialismus der Hauptfiguren prägt die ganze Serie und ist damit sehr von Geist der sechziger Jahre geprägt. Das eigentlich Spannende der Inszenierung ist der sich unfreiwillig einstellende Effekt: Ganz in kontrastreichem Schwarz-Weiß und langsamer Dramaturgie wird unter dem Deckmantel der ideologischen Unbedenklichkeit der Faszination der Nazi-Accessoires gefrönt. Kaum je sind die langen Mäntel aus glänzend-schwarzem Leder, die "schmissigen" Uniformen mit hohen Stiefeln und verspiegelten Kragen, die engen Lederhandschuhe, die einzeln vom Finger gezogen werden müssen, die Auf- und Abtrittsrituale inklusive Hitlergruss so wild-romantisch in Szene gesetzt worden. Wo sonst häufig Monumentalarchitektur oder prunkvoller Innendekor faschistische Dekadenz illustriert, sind hier die Kulissen nur Ausschmückung sozusagen im Stil der Neuen Sachlichkeit gehalten und der Film konzentriert sich auf seine Darsteller.
Die Existentialromantik wird in dieser Reduktion noch verstärkt. Die Handlung besteht fast ganz aus gewichtigen Männergesprächen, denen die allgemeine Atmosphäre der Ausweglosigkeit die nötige Würze verleiht. Und es wird viel ausdrucksstark geraucht und bedeutungsvoll in schwere schwarze Telefonhörer hineingelauscht und dazwischen gibt es lange Einstellungen von schweigenden Männergesichtern, die dem drohenden Zusammenbruch fest ins Auge blicken. In diesen Momenten übernimmt es eine verhalten-dunkle Erzählstimme aus dem Off teils die Inneren ("Ich war nahe am Scheitern, dachte Schtirlitz"), teils die äußeren Vorgänge zu erläutern ("Üblicherweise trafen sie sich Mittwochs, doch heute war Montag").
Erarbeitung der Konzeption, gemeinsam mit der Übersetzerin Martina Mrochen und der Galeristin Paula Böttcher, für eine Veranstaltungsreihe, in deren Mittelpunkt der 1968 entstandene sowjetische Filmklassikers "Siebzehn Augenblicke eines Frühlings" stand.
     
 
2001 - 2002
 
Kulturlandschaft
Für designo e.V., Berlin, wurde 2001 und 2002 das Konzept für Ausstellungen im öffentlichen Raum erarbeitet.
Im Zeitalter digitaler Bilder untersuchen Künstler und Landschaftsarchitekten die Funktion und Möglichkeit von "Gärten" als gestaltete Landschaften in urbanen Zusammenhängen. Das neu erwachte Interesse am Garten als Wirkungsstätte der Kunst ist bemerkenswert, handelt es sich doch um ein Plädoyer gegen großstädtisches Abschottungsverhalten und entfremdete Lebensbedingungen.
Das "Gärtnern" legt die Schnittstelle zwischen privater und öffentlicher Sphäre offen und etabliert damit eine neue Kunst des Öffentlichen. (Bianchi)
Die eingeladenen Künstler und Gestalter machen sich auf die suche nach dem Genius loci in unserer urbanen Umgebung und werden sich mit dem vorgefundenen subjektiv und unter Einbeziehung aktueller Perspektiven auseinandersetzen. Genius Loci steht dabei für alle Qualitäten eines Ortes, die sich präziser Benennung entziehen. Vor allem also für das atmosphärische Geheimnis der harmonischen Verbindung von Architektur und Ort, von Bauwerk und Landschaft. Orte der Erinnerung an die Generation vor uns, deren Hoffnungen wir ererbt haben, an die zahllosen Schichten, die unser individuelles und kollektives Gedächtnis bilden.
In diesem Ausstellungsprojekt werden Studenten (Landschaftsarchitekten) und bildende Künstler gemeinsam und möglicherweise im Kontrast ihre Vision vom Garten Gestalt werden lassen. Ohne das Ergebnis vorwegzunehmen, kann man sagen, dass diese Ausstellung in ihrem Facettenreichtum nicht nur kunst-interessierte Zeitgenossen ansprechen wird, sondern ebenso die große Zahl der "Kleingärtner", die ihr privates "Paradies", vom Schrebergarten bis zum Balkon, zu den Ideen der ausstellenden Künstler ins Verhältnis setzen -, und sicher die eine oder andere Anregung -, und sei es in Form eines neuen Denkansatzes, "mit Nachhause nehmen" werden.
     
 
2000 - 2001
 
Café Moscow Berlin
Das künstlerische Konzept und die konzeptionelle Utopie für das Berlin Café Moskau wurden erarbeitet durch die moscowboys.
moscowboys war das Label für den norwegische Konzeptkünstler Lars Ramberg und Heinz E. Wohlrab (ab 2001 agentur mir).
Für das internationale Kommunikationskonzept konnte die norwegische Internet- und Softwarefirma marchfirst gewonnen werden.
Das Architekturkonzept wurde durch Daniel Roth erarbeitet.